Auf dem Monte de Gozo, was soviel heisst wie "Berg der Freude". Der Name bezieht sich auf das Glücksgefühl der Pilger, die nach den Strapazen zum ersten Mal Santiago erblicken.

 

Endlich in Santiago de Compostela

 

Geschafft: Antonio und ich mit den begehrten Compostelas

 

 

30. Tag, 10. Oktober 2007

BREA – SANTIAGO-DE-COMPOSTELA

24 km

Bei herrlichem Wetter ging es heute Santiago entgegen. Ich dachte, dass ich in zirka sechs Stunden am Ziel sein würde. Doch der Weg erwies sich als ziemlich steinig und gar nicht so leicht zu gehen. Bei einer Pause in einer Bar, stand auf einer Tafel geschrieben: "Liebe Pilger, bitte ziehen sie ihre Schuhe und Socken nicht aus, und legen Sie ihre Füsse nicht auf die Stühle". (Kommentar überflüssig).

Nach einer Weile überholte mich Antonio. Auf dem Monte do Gozo würde er auf mich warten. Dort angelangt, sass er tatsächlich auf einer Mauer und erwartete mich. „Komm wir gehen zusammen nach Compostela“ sagte er zu mir. Dies passte mir eigentlich sehr gut - so einen wichtigen Moment mit jemandem teilen zu können. Da Antonio eine rasante Gangart hatte, erreichte er schon bald die Vorstadt und ich „galoppierte“ hinterher.

Nun zog sich die Strasse unendlich lange bis wir die Kathedrale erreichten. Antonio war schon einmal hier und kannte sich aus. Schnurschtracks gingen wir zuerst in die Kathedrale zu der Jakobsfigur, um danke zu sagen. Dafür, dass wir gut angekommen sind, für die vielen guten Erfahrungen, die wir auf dem Weg gemacht hatten und einfach für alles. Dann sassen wir eine Weile auf der Kirchenbank.

Weiter ging es ins Pilgerbüro um unsere Compostela, die Urkunde zu empfangen. Gleich im nächsten Fotogeschäft liessen wir diese plastifizieren. Danach schnell ein Bier, und weiter auf die Suche nach einer Unterkunft. In der Pension „El Rapido“ fanden wir freie Zimmer. Schnell unter die Dusche, Kleider waschen und wieder hinaus um unsere Heimfahrt zu organisieren. Antonio musste am Morgen nach Madrid fliegen. Ich dagegen will noch weiter bis Finisterre, und dann mit dem Zug nach Hause reisen. Das Ticket wollte ich aber schon jetzt kaufen.

Als ich im Bahnhofsgebäude auf einer Bank sass und überlegte ob ich für Sonntag oder Montag einen Platz buchen sollte, kamen die drei lustigen Spanier angehumpelt. Wir mussten alle herzlich lachen, dass wir uns hier am Bahnhof wieder trafen. Leider verpasste ich es von ihnen ein Foto zu machen, was ich sehr bedaure.

Jetzt endlich konnte ich in aller Ruhe etwas trinken und die Atmosphäre dieser Stadt geniessen. Der Gedanke in Santiago de Compostela zu sein, war noch nicht ganz bis in mein Hirn gedrungen. Am Abend ging ich noch einmal in die Kathedrale. Hier traf ich Antonio wieder, und wir gingen nach der Messe zusammen ins „Rapido“ essen.

Wir unterhielten uns über die Politik in Spanien, über seine Arbeit als Besitzer einer Fabrik, in der Geschenkpapiere hergestellt werden und über Gott und die Welt. Also, auch ohne grosse Sprachkenntnisse, kann man sich stundelang unterhalten!

 

 

 

 

 

 

 

 

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Vor der Kathedrale