Diese Gasse führt ausCompostela in Richtung Finisterre

 

. . . führt in eine der schönsten Gegenden

 

 

31. Tag, 11. Oktober 2007

COMPOSTELA – NEGREIRA

23 km

Antonio wartete draussen auf mich, damit wir noch zusammen frühstücken konnten. Danach kamen wir am Parador vorbei. Einem Gebäude auf der Piazza de Obradeiro, das als Krankenhaus für Pilger im Jahr 1400 gebaut wurde und nun ein grosses Luxushotel ist. "Das musst du dir unbedingt anschauen", sagte Antonio und schon war er im Empfangsraum. Da kann ich doch nicht mit meinen Wanderschuhen und dem Rucksack hinein, versuchte ich ihm klarzumachen. Aber er führte mich, als wäre er der Chef dieses Hotels, durch die luxuriösen Räume voller wunderbarer Gemälde.

Danach hiess es Abschied nehmen. Zwei Tage kannten wir uns und fühlten uns wie alte Bekannte. Wiederum dieses Loslassen, das einem schwer fällt. So ist das eben auf dem Camino.

Nun war ich wieder alleine unterwegs. Ich wusste schon nach kurzer Zeit, dass die Entscheidung richtig war, den Weg fortzusetzen. Ich ging durch schön gepflegte Dörfer, durch Wälder und ab und zu konnte ich sogar Feigen von den Bäumen pflücken. Einmal, ich hatte gerade nicht aufgepasst und die Abzweigung verfehlt, kam ein Jogger daher (Er war übrigens der erste Mensch den ich seit Compostela angetroffen hatte) Er sagte zu mir. „Wenn du nach Finisterre willst, musst du umkehren und den richtigen Weg nehmen“. Die Abzweigung hatte ich um zirka dreissig Meter verpasst. Super diese Begegnungen. Immer zum richtigen Zeitpunkt.

Da ich anfänglich keinen anderen Pilgern begegnete, dachte ich, dass ich wohl mutterseelenallein auf dem Weg nach Finisterre sei. Bei der Mittagsrast sah ich aber, dass noch etliche Menschen mit ihren Rucksäcken und der Muschel unterwegs waren. Darunter auch eine Schulklasse aus Frankreich. Leider trübte der Schmerz in meinem rechten Bein meine Freude. In Negreiro nahm ich mir ein Zimmer in einem Hotel. Für nur zwanzig Euro bekam ich ein sehr schönes Doppelzimmer.

 

 

 

 

 

 

 

 

 

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Die alte Brücke über den Tambre .

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