In diesen Erdhäusern ohne Fenster sollen tatsächlich Leute wohnen (wie die Hobbits).

 

 

 

 

 

So langsam reichen mir diese Geraden der Meseta und erst noch entlang

der Autostrasse

 

 

 

 

Josef, ich, Marie-Louise und Jean (von links)

 

 

19. Tag, 29. September 2007

EL BURGO RANERO – PUENTE DE VILLARENTE

26 km

Trotz meines Einzelzimmers, schlief ich sehr schlecht. Mal war mir kalt, dann musste ich wieder das Fenster öffnen, weil ich frische Luft brauchte. Nach einem Kaffee in der Bar, zog ich am Morgen total gerädert los.

So langsam bin ich froh, dass ich bald diese langen Geraden der Meseta verlassen kann. Ein Mann aus Dänemark, ein pensionierter Lehrer, verkürzte mir die Zeit ein wenig. Er erzählte mir von seinem Bauernhof in Jütland, den er gekauft hatte. Er würde jetzt den Wald aufforsten und Seminare für Lehrer anbieten.

Wir kamen an eigenartigen Erdhügeln vorbei aus denen Kamine ragten. Da sollen tatsächlich Leute wohnen, in diesen Höhlen ohne Fenster. Dafür soll das Klima immer schön ausgeglichen sein.

Die letzten zwei Stunden dieser Etappe empfand ich als ziemlich schlimm. Alles der Autostrasse entlang. León kam näher, womit sich auch der Verkehr wieder konzentrierte. Dazu verschlechterte sich das Wetter.

Am Eingang des lang gezogenen Dorfes Villarente stand das Hostal Delphin Verte. In einem Nebengebäude befand sich eine erst dieses Jahr eröffnete Herberge. Als ich nach einer Stunde immer noch mutterseelen alleine in der Herberge war, kam mir dies ein bisschen komisch vor. Bei einem Gang durch das Dorf, entdeckte ich eine weitere Herberge in der viele Pilger waren. Offenbar stand meine noch in keinem Führer.

In einer Bar traf ich die Holländer wieder. Wir verabredeten uns um acht Uhr im Delphin Verde zum Abendessen. Ausser einem älteren Herrn, Joseph aus Annecy, blieben wir die einzigen Gäste an diesem Abend. Der Wirt erzählte uns, dass er gestern 15 Pilger beherbergt hätte. Heute würde ich aber wohl alleine bleiben. Ich brauchte keine Angst zu haben, er würde das Aussentor schliessen und mir einen Schlüssel geben.

 

 

 

A

Eine der vielen Pilgerskulpturen entlang des Caminos