Ungezählte Störche beim Frühstücken.

 

Die Wildnis beginnt gleich neben dem Weg.

 

 

17. Tag, 27. September 2007

CARRION DE LOS CONDES – TERRADILLOS DE LOS TEMPLARIOS

26 km

Da sich die nächsten 16 km keine Herberge mehr befand, blieben sehr viele Pilger in Carrion. Dementsprechend waren an diesem morgen sehr viele Leute unterwegs. Mit ein Grund, dass dies gar nicht mein Tag war.

Antonie, der Baske wartete auf mich um mit mir zu laufen. Dies passte mir aber nicht, ich versuchte ihm zu erklären, dass ich wegen meiner geschwollenen Beine langsam und in meinem eigenen Rhythmus gehen wolle. So zog er mit seinen langen Beinen davon. Er ist ja nett, aber den ganzen Tag sein Baskenspanisch zu hören schien mir zu anstrengend.

Ich wollte heute kein Anhängsel. Mühselig verlief der Camino fast die ganzen 26 km schnurgerade auf steinigem Weg. Ich musste mich gut auf meine Tritte konzentrieren. Zeitweise lief ich darum am Rand der Autostrasse.

Zur Abwechslung sah ich einmal auf einem Feld unzählige Störche. Da ich wusste, dass viele Pilger in Ledigos blieben, nahm ich noch ein paar weitere Kilometer in Kauf. Und wie immer nach einem Tag mit Widrigkeiten scheint plötzlich die Sonne wieder.

Ich kam in einer ganz neuen Herberge an. Ein Vierbettzimmer teilte ich mit einer Kanadierin und einem Paar aus Deutschland. Christine und Alfredo hatten es auch bis hierher geschafft. Sowie Giorgio, der Italiener, den ich seit St. Jean immer wieder antreffe. Ausser einem „buon giorno - wie geht’s“ hatten wir noch nichts miteinander gesprochen. Doch am Abend änderte sich dies. Wir sassen am selben Tisch und tranken eine Flasche Wein.