Mein privater Waschsalon.

 

 

9. Tag, Mittwoch 27. März

Villafranca de los Barros – Torremejia

27 km

Siebenundzwanzig Kilometer geradeaus quer durch Oliven und Reben. Mehr gibt es dazu nicht zu sagen. Der Wind bläst stark. Bei jedem vorbeifahrenden Traktor oder Auto, bläst einem eine Staubwolke ins Gesicht. Die Bauern grüssen immer sehr nett. Ich nehme mir vor, heute wieder einmal in die Pilgerherberge zu gehen. Leider ist die touristische Herberge im Adelspalast seit längerem geschlossen. Es bleibt die private Herberge Rojo Plata. Der Empfang ist sehr unpersönlich, sogar ziemlich unfreundlich. In einem langen Raum befinden sich sechzehn Betten. Ein paar davon sind schon mit Männern belegt. Die Sanitärräume sind fensterlos. Es stinkt überall. Da nur eine schattige Ecke bleibt um die Wäsche zu trocken, trage ich sie nach draussen, wo es eine kleine Allee mit Sitzbänken gibt, und hänge meine Sachen dort zum trocknen auf. Die Leute schauen schon ein bisschen komisch, manche müssen aber grinsen. Es vergeht keine halbe Stunde bis meine Wäsche trocken ist. Zurück im Zimmer machen alle einen Mittagsschlaf. Es ist dunkel und kalt. Jetzt kommt noch ein stark hustender Pilger in das Zimmer. So, jetzt habe ich genug. Ich ziehe um. Das Hostal Milenium hat noch ein Pilgerzimmer zu vergeben. Nebenan logieren Rosanna und Karl. Auch Nils der Texaner, Kristin und Daniel sind hier. Jetzt fühle ich mich wieder wohl und bin glücklich über meinen Umzug.

Herberge Rojo Plata, nicht zu empfehlen, 12 Euro

Hostal Milenium, einfach, aber sehr freundliches Personal, 15 Euro

 

Trocken und staubig quer durch Reben.