Bis Saintes ist der Weg dank diesen Wegweisern gut zu finden.

 

9. Tag, Mittwoch, 7. Mai

Saint-Roman-lès- Melle - Aulnay

28 km

Nach dem Frühstück werde ich herzlich verabschiedet und gesegnet. Mit Vogelgezwitscher, durch schöne Eichenhaine und viel Natur, geht es locker voran. Einmal verpasse ich die Abzweigung wegen dem hohen Gras. So gelange ich auf die N 95, wo ich zirka eine Stunde an der vielbefahrenen Strasse entlanglaufe. An einer Kreuzung finde ich meinen Weg wieder und kann zum Glück den Autos entfliehen. In Villedieu begegne ich dem ersten Pilger. Cedric aus Gran Canaria. Er fing in Paris an. Läuft mit seinem Handy GPS nur der Hauptstrasse entlang. Redet kein Wort Französisch, und kann darum auch nicht per Telefon die Unterkünfte reservieren. Darum ist er froh, das letzte Stück mit mir zu gehen. Er will an die gleiche Adresse wie ich. Dort angekommen, meint die Hospitaliere der Herberge, ich hätte nicht gesagt, dass wir zu zweit wären. Ich erkläre ihr die Situation. Na, dann habe er heute ja Glück. Gestern seien alle sechs Betten besetzt gewesen. Heute sind noch zwei Velopilger aus Versailles da. Cedric legt seinen dreckigen Rucksack oben aufs Bett (was man nie machen sollte wegen dem Ungeziefer) und geht erst mal ins Dorf. Hoffentlich nimmt er eine Dusche bevor er ins Bett geht. Er stinkt fürchterlich. Die Velofahrer sind sehr nett. Frisch pensioniert! Sie helfen mir sofort die Route für morgen zu planen und telefonieren um eine Übernachtungsmöglichkeit für mich zu finden. Mit einer Dame vom Center Europeen in Saint Jean d`Angeli, führe ich ein langes Gespräch. Sie erklärt mir, wie ich das Gebäude und mein Zimmer finden werde. Ich erhalte einen Digit Code mit dem die Tür geöffnet wird. Morgen sei ein Feiertag, das Center geschlossen und niemand anwesend. Hoffentlich habe ich alles richtig verstanden! Ein wenig später treffe ich die Velofahrer im Restaurant beim Essen. Auch ich habe Hunger und bestelle mir ein Entrecôte mit Pommes, was sehr lecker ist. Wir erzählen uns von unseren Pilgererlebnissen und haben es sehr lustig zusammen. Zurück in der Herberge ist Cedric frisch geduscht (Kleider und Socken stinken immer noch fürchterlich). In der Küche spielt er für uns auf seiner Blockflöte das Halleluja von Leonard Cohen. Wetter heute: bedeckt, kühl, windig, warm, sonnig. Herberge sehr sauber und nett, 7 Euro