Die Gironde bei Blaye.

 

Bernard und Jaques auf Abwegen.

 

15. Tag, Samstag, 25. April

Cartelégue – Pian-Médoc

32 km

Ich will die Fähre zwischen Blaye und Lamarque rechtzeitig erreichen und habe bis dahin ungefähr zweieinhalb Stunden Weg. In der Stadt Blaye gehe ich über den Markt, sehe die Zitadelle von weitem, und nehme die direkte Strasse zum Hafen. Gestern Abend und auch noch heute Morgen hatte ich keine Ahnung, wie ich diesen Tag gestalten soll. Blaye ist zu nahe, Lamarque zu teuer, in Margeaux nimmt man keine Pilger mehr auf, und andere Möglichkeiten gibt es in der Nähe nicht. Ich starte einen Versuch bei den Soeurs in Pian Medoc anzurufen. Dies würde allerdings bedeuten, dass ich um zwölf Uhr mittags noch 23 km zu bewältigen hätte. Nach dem zweiten Anruf klappt die Verbindung und ein Platz wird für mich reserviert. Während ich es mir auf einer Bank bequem mache, um auf die Überfahrt mit dem Boot von Blaye auf die andere Seite des Flusses Gironde zu warten, kommen zwei Männer daher. Unübersehbar sind es Pilger. Sie setzen sich sofort zu mir und wir tauschen uns über das woher und wohin aus. Auch diese zwei netten Männer, Jaques und Bernard, haben in Pian Medoc reserviert. So gehen wir mal zusammen, mal alleine und verlieren zwischendurch den richtigen Weg. Die Nonne, die uns betreut, verteilt die Liegeplätze. Die Männer auf die rechte Seite des Raumes, ich auf die linke. Dazwischen liegt ein Durchgang mit Treppe. Unten logiert ein Pilgerpaar, das meine neuen Freunde schon kennen. Sie klären mich auf, wer alles auf dem Weg ist. Auch Marie-Noelle und Dimitri kennen sie. Ich stelle fest, dass dieses Jahr viele Frauen alleine unterwegs sind. Bernard meint, dies sei gar nicht gut, das mache ihm Angst. Hahaha! Beim gemeinsamen Abendessen wird lebhaft diskutiert. Morgen geht es nach Bordeaux.
Herberge sehr gut, demi-pension, freiwilliger Beitrag. Ich gebe 25 Euro. Das Abendessen war sehr gut und reichlich.