Der einzige trockene Platz zum Picknicken war dieser Kuhstall

 

Yves, der nette Hausherr, und André beim Routenplanen

 

8. Tag, 10. April 2006

CÔTE-ST.ANDRÉ – REVEL-TOURDAN

21,5 km

Diesen Morgen ging ich es ziemlich gemütlich an. Es hatte geregnet und ich nahm mir für diesen Tag nur 20 Kilometer vor. Die Mutter jenes Typen, der das Hotel führte, hatte mich die ganze Zeit umsorgt. Sie kam noch an meine Zimmertür um sich von mir zu verabschieden und um mir alles Gute zu wünschen. Sie küsste mich sogar auf die Wange. Ich war überrascht, da ich diese Herzlichkeit von ihr nicht erwartet hätte.

Draussen wartete nichts Gutes auf mich. Ganze fünf Stunden lief ich im Dauerregen und Schnee. Die Wege waren zum Teil überschwemmt. Schade, diese Etappe wäre bei gutem Wetter landschaftlich wunderschön gewesen. Den einzigen trockenen Ort um mein Picknick einnehmen zu können, fand ich in einem offenen Kuhstall.

Um zirka 15 Uhr kam ich erleichtert in der Herberge an. Diese private Unterkunft war nach meinem Geschmack. Nettes altes Haus, innen wie ein kleines Schloss, gut hergerichtet, sauber. Und natürlich der Hausherr Yves. Ein lustiger, netter Typ. Roger und André trafen auch bald ein. Yves hatte für uns ein feines Abendessen gekocht.

Er liess uns aber schon bald alleine, weil er zu einer Chorprobe ging. Er wollte mich mitnehmen, als ich ihm sagte, dass ich auch in einem Chor singen würde. Sie übten Volkslieder aus den Pyrenäen und die Carmina Burana, wie er mir stolz berichtete. Wir drei Pilger verbrachten zusammen einen sehr gemütlichen Abend. Ich mag diese zwei Männer sehr. Sie sind sehr höflich und aufmerksam.