Die Brücke in Navarrenx.

 

Gemeinsames Picknick : André, Rosmarie, Gabriel, Golette und Marie-Jo (von links).

 

Warten auf das Essen in Behoteguya.

 

42. Tag, 14. Mai 2006

NAVARRENX  -  AROUE

19 km

Das war heute direkt ein Spaziergang, im Vergleich zu den letzten drei Tagen.
Bin wieder mit den Schwestern gelaufen. Unterwegs hatten wir alle bekannten Gesichter getroffen. So langsam wiederholte sich jetzt alles – man trifft immer wieder die gleichen Leute an.
Ich spürte, dass ich so langsam aber sicher genug hatte von diesem Gîteleben. Und trotzdem fand ich es auf der anderen Seite auch schön, dass wir so ein richtig familiäres „Grüpplein“ geworden waren. Die Schwestern, Gabriel, André, Jacques der Fensterschliesser (man glaubt es kaum) und ich. Gabriel und Jacques konnte ich anfänglich ja überhaupt nicht ausstehen, aber jetzt finde  ich sie recht symphatisch und wir haben es sogar lustig zusammen.
Jacques steht immer schon um fünf Uhr auf um loszulaufen. So ist er immer der erste in den Gîtes und schläft am Nachmittag, bis die anderen eintreffen. Wie findet er bloss den Weg im Dunkeln? 
Ich glaube, dass wir uns alle ein bisschen verändert haben, und toleranter geworden sind. Dennoch amüsierten sich Marie-Jo und ich über die Leute, die ihr Gepäck transportieren lassen. Wir witzelten, dass wir unsere Rucksäcke selber tragen würden, selbst dann, wenn jemand käme und sie uns abnehmen wollte. Und wären wir auch noch so froh darüber: „Unsere Rucksäcke tragen wir bis zum Schluss“!
Manchmal, wenn wir müde waren und das Gefühl hatten jemand ziehe hinten an den Rucksäcken, sangen wir in der Melodie von Le Coq et mort: „Le sac est lourd le sac et lourd „ oder auch den Kanon von Bruder Jakob: „ Frere Jacques, Frere Jacques où est tu?“ So dichteten wir ganze Lieder, die wir dann im Chor sangen.
Nach einer gemütlichen Wanderung mit gemeinsamem Picknick trennten sich unsere Wege. Schon am frühen Nachmittag trafen Gabriel und ich in der schmuddeligen Gîte privé auf dem Hof Behoteguya ein. Aus Platzmangel mussten die anderen noch zwei Kilometer weiter. Später besuchten wir sie und tranken ein Bier zusammen. Helle Aufregung bei unserer Rückkehr. Rosmarie und die ältere Frau dieser komischen Familie, hatten ihr Gepäck nicht erhalten. Transbagage lässt grüssen. Sie mussten nach langem hin und her telefonieren, ein Taxi bestellen, und Ihre Rucksäcke holen. Das Gepäck war noch am gleichen Ort wie am Morgen. Wir konnten uns ein Lachen nicht verkneiffen. Jetzt sind wir übrigens im Baskenland (bask. Euskadi).