Ich und mein Pilgerstab vor dem Start in Lectoure.

 

Die Stiftskirche Saint-Pierre in Romieu

 

Kathedrale Saint-Pierre in Condom

 

 

 

35. Tag, 7. Mai 2006

LECTOUR - CONDOM

20 km

Ich wollte, wie die Anderen den kürzeren Weg nach Condom nehmen, hatte aber irgendwie etwas falsch gemacht und lief die viel längere Route über Romieux. Da mir meine Füsse wiederum Probleme bereiteten und ich ziemliche Schmerzen verspürte, beschloss ich den Umweg von zirka fünf Kilometern mit Autostopp wieder gutzumachen. Gedacht getan, schon bald hielt ein Auto und ein Paar aus St-Jean-Pied-de-Port nahm mich mit. In einem Schwups waren wir in Condom.

So hatte ich heute geschummelt. Zehn Kilometer fuhr ich, statt zu laufen. Aber wenn ich alle Umwege die ich schon gemacht hatte zusammenzähle, konnte ich mir diesen Luxus dieses eine Mal ohne schlechtes Gewissen erlauben.

Hier, in Condom, traf ich eine Gruppe Männer und Frauen, die auf dem Weg zu einer von ihnen organisierten Kunstvernissage waren. Sie wollten wissen woher ich käme und wohin ich ginge. Als ich erzählte, ich sei zu Fuss von Genf bis hierher gelaufen, haben alle geklatscht. Das war mir fast ein bisschen peinlich, so mitten auf der Strasse. Sie luden mich zu Ihrer Vernissage ein. Ich wollte aber zuerst meine Gîte aufsuchen.

In derselben war ich in einem Sechserzimmer eingeteilt. Eine Kanadierin sass auf einem Bett und war ganz unglücklich, da sie nicht wusste, wie es weitergehen sollte. Sie hatte Knieprobleme und wäre am liebsten nach Hause gereist. Dort hatte sie aber ihre Wohnung für einen Monat an andere vermietet und ergo keine Bleibe mehr.

Auch dieser unsymphatische Typ, der mir schon in St. Antoine negativ aufgefallen war, schlief in einem Bett. Bald kamen auch Margrit und die Schwestern und landeten auch im selben Zimmer. So waren wir fünf Frauen und dieser Jacques beisammen. Da es in der Gîte keine Halbpension gab, machte ich den Vorschlag, alle zusammen in eine Pizzeria zu gehen. Zu dieser Runde gesellten sich noch Jacques, Peter und ein Gabriel, der mir noch aus Privat d`Allier in Erinnerung war, weil er die ganze Zeit geplappert hatte