Idylle im Morvan

 

Gemütliche Runde mit Madam Chassin (rechts)

 

2. Tag, Dienstag, 29. April

Bazoches - Corbigny

19 km

Am Morgen war es sehr frisch und windig. Ich zog an zahlreichen Charolais-Kuhherden vorbei. Plötzlich, etwas Seltsames war da auf der Strasse. Bei näherem Blick erkannte ich einen Tatzelwurm. Ich wischte diese Raupen mit meinem Stock an den Wegrand, wo sie sich sofort wieder aneinander reihten. Gegen vierzehn Uhr traf ich in Corbigny ein und wurde in der Herberge sehr freundlich von einem freiwilligen Helfer empfangen. Diese Pilgerherberge verfügt über ein einziges Zimmer mit drei Etagenbetten. Ein Paar aus Belgien war schon da. Achim aus Deutschland gesellte sich später dazu. Da Achim ziemlich schwer von Gewicht war, und alle unteren Betten belegt, tauschte ich mit ihm und zog nach oben. Worüber er, aber auch ich, sichtlich erleichtert war. Am Abend gingen wir alle in ein Restaurant essen. Mit dabei war Madam Chassin, die Präsidentin der Association Voie de Vézelay, die der Herberge zufälligerweise gerade einen Besuch abstattete. Diese Frau hatte sich mit sehr viel Interesse und Begeisterung der Wiederbelebung der Via Lemovicensis angenommen. Dank ihr und den vielen Helfern können die Pilger von einer sehr guten Infrastruktur auf diesem Weg profitieren. Ein interessanter und unvergesslicher Abend. Ich philosophierte mit dem Belgier über den Unterschied, Pilgern und Wandern! C`est l` esprit du chemin qui fait ça, den Unterschied. Er pilgert mit seiner Frau jedes Jahr ein Stück eines Jakobsweges. Genau wie ich. Achim ist Neuling. Er trägt (wie lange wohl noch) sechzehn Kilo Gepäck mit sich.

Herberge 10 Euro. Einfach, nett und sauber