Pyrenäen

Aufstieg im Morgennebel auf den Ibanetapass in den Pyrenäen

 

Der Weg nach Roncevalles, der ersten Station in Spanien

 

Geschafft! Roncevalles ist erreicht

 

2. Tag, 12. September 2007

SAINT-JEAN–PIED–DE-PORT - RONCESVALLES - BURGUETE

29 km

Trotz meiner Erkältung, die ich von zu Hause mitgeschleppt hatte, und der durchhängenden Matratze, auf der ich alle Federn spürte, schlief ich bis morgens um fünf Uhr durch. So gegen sieben Uhr trat ich auf eine leere Strasse und fragte mich, wo wohl all die anderen Pilger sind. Schlafen die alle noch oder sind sie schon aufgebrochen? Es dauerte nicht lange und ich sah in der Morgendämmerung Leute vor und gleich hinter mir. Nun wurde ich immer wieder überholt. So viele Pilger waren unterwegs. Ich traf Leute aus Irland, Kanada, Italien und Deutschland. Aber keine anderen Schweizer.

Der Weg entpuppte sich wie erwartet als ziemlich happig. Die Füsse machten zum Glück keine Probleme und auch das Gewicht des Rucksackes, noch ungewohnt am Rücken, war erträglich. Leider war das Wetter ziemlich dunstig und die Weitsicht dadurch ziemlich beeinträchtigt.

In dieser sehr schönen Pyrenäenlandschaft traf ich immer wieder auf Schafherden und auf Pferde, die frei herumliefen. Gegen Mittag wurde es ziemlich heiss und der lange, lange Aufstieg trieb mir den Schweiss aus allen Poren. Was mir aber dann erst richtig in die Beine fuhr, war der steile Abstieg nach Roncevaux (spanisch Roncesvalles), wo ich wider erwarten zeitig ankam. Die vielen Leute behagten mir jedoch gar nicht und ich beschloss, noch zwei Kilometer weiter zu wandern.

In einem Gästehaus in Burguete fand ich ein gemütliches Zimmer. Nach der Dusche und dem ersten Wäschewaschen setzte ich mich vor einer Bar an die Sonne. Bei einem wohlverdienten Bier, lernte ich Hartmut und Karl-Heinz aus Deutschland kennen. Weil man hier in Spanien erst um neun Uhr zu Abend essen kann, besuchte ich noch die Kirche. In dieser fand gerade eine Pilgermesse statt. Hier traf ich Françoise aus Paris.

Später, in einem Restaurant setzten wir uns alle zusammen. Karl-Heinz, Hartmut, Françoise und ich. Ich war sehr glücklich schon am ersten Abend so nette Gesellschaft zu haben.