Zum Glück hielten diese Kühe gerade Siesta

Mühsam und beschwerlich: Auch so kann der Jakobsweg sein

Endlich in Burgos

 

 

12. Tag, 22. September 2007

VILLAFRANCA MONTES DE OCA - BURGOS

39 km

Die Spanier luden mich zum Morgenessen ein, was ich aber ausschlug. Weil ich schon seit zwei Stunden wach im Bett lag, wollte ich mich endlich auf den Weg machen. Es war neblig und dunkel als ich die Herberge verliess. Ich ging fast drei Stunden ohne Unterbruch durch einen Wald der von einer lehmigen, morastigen Feuerschneise dominiert wurde.

Mein heutiges Ziel war Atapuerca, das berühmt ist für seine prähistorischen Funde. Hier war die Heimat der ersten Europäer. Nach 19 Kilometern und noch vor Mittag, hatte ich diesen Ort erreicht. Soll ich jetzt wirklich hier bleiben oder gleich noch 20 Kilometer weiter nach Burgos gehen? Ich entschied mich für die zweite Variante.

So ging es weiter durch eine abwechslungsreiche Landschaft, über eine Hochebene, ähnlich dem Aubrac in Frankreich. Plötzlich, ich hatte wohl geträumt, fand ich mich mitten in einer Kuhherde. Als mir bewusst wurde, dass mich keine Zäune schützten, wurde mir schon ein bisschen mulmig zu Mute. Es befanden sich nämlich ein paar imposante Stiere darunter. Zum Glück lagen die meisten faul herum.

Am späteren Nachmittag, nach einem endlos scheinenden Einzug durch die Vororte von Burgos, erreichte ich endlich das Zentrum. Auch der Venezianer und seine Freundin trafen total geschafft ein. Ich war so müde und meine Füsse schmerzten so sehr, dass ich glaubte keinen weiteren Schritt mehr zu schaffen.

Das waren eindeutig zu viele Kilometer gewesen. In einem Hostal, gleich im Zentrum, bekam ich das letzte freie Zimmer. Als ich mich ein wenig erholt hatte, besichtigte ich die berühmte Kathedrale und setzte mich dann in ein Strassen-Café wo ich die nächsten zwei Stunden sitzen blieb, und dem Treiben der Leute zuguckte. Da war etwas los in dieser Stadt. Es war Samstag und überall volle Gassen und Plätze. Ein einziges, riesiges Fest.