Über die Puente de los Santos nach Riabadeo.

 

24. Tag, Samstag, 29. April

A Caridá – Ribadeo

27 km

Wie habe ich mich letzte Nacht über die junge Französin geärgert! Weil sie sehr spät in die Herberge gekommen ist. Dann, so gegen zwei Uhr morgens, kommt sie und plaudert laut mit einem Mann als wären sie alleine im Haus. Nach einer Stunde war ich total entnervt. Ich ging runter um klar zu machen, dass dies eine Herberge sei, in der man Rücksicht nehme und ich endlich schlafen wolle. Gestern Nachmittag wollte sie noch sterben vor Schmerzen, das dumme Huhn. Aber lassen wir das und schreiten in einen neuen Tag, der wundervolles, sonniges Wetter verheisst. Es geht wieder dem Meer entlang mit vielen schönen Buchten. Vor mir sehe ich die drei Franzosen. Also hat sich der eine von seinem Schwächeanfall erholt. Ich erfahre später via Radio Camino (andere Pilger), dass die drei bereits wieder 40 Kilometer gelaufen sind. Bei einer Kapelle mit schönem Park und Blick auf die Playa de Penarronda mache ich erstmal Pause. Ein junger Spanier kommt daher. Er möchte, dass ich ein paar Bilder von ihm mache. Er steigt über die Abschrankung vor dem Küstensteilhang und setzt sich in Pose. Dann drehen wir den Spiess um und er macht für mich ein paar Fotos und weg war er. Bald erreiche ich die Brücke über den Rio Eo, dem Grenzfluss zwischen Asturien und Galicien. Die Brücke nach Ribadeo ist sechshundert Meter lang und fünfunddreissig Meter hoch. Ein schmaler Steg ist für die Fussgänger reserviert. Ich darf gar nicht in die Tiefe schauen. In Ribadeo finde ich ein nettes Zimmer in einem Hostal. Glück gehabt, da wegen einem Fest fast alle Hotels ausgebucht sind. Ich höre Georg im Nebenzimmer eintreffen.

Hostal Ponte dos Santos, sehr gut, 25 Euro

 

 

Fotoshooting über dem Strand von Penarronda.