Skulptur des Stierlaufes, dem Wahrzeichen Pamplonas.

 

Leben auf der Piazza im Zentrum.

 

39. Tag, Dienstag, 7. Mai

Puente La Reina - Pamplona

23 km

Zurück nach Obanos und Richtung Pamplona. Das heisst laufen gegen den Pilgerstrom. Eine eigenartige Erfahrung. In Obanos zeigt mir eine Frau die Muscheln am Boden, die nach Santiago zeigen. Offensichtlich denkt sie, dass ich eine besonders dumme Pilgerin sei, die in die falsche Richtung läuft. Ich fange an die Pilger zu zählen die mir entgegenkommen, höre damit aber schon bald wieder auf. Es sind einfach zu viele. Die Meisten schauen mich komisch an, einige fragen wohin ich gehe, andere zeigen Richtung Santiago. Des Öfteren erkläre ich, dass ich vom Chemin d`Arles über den Somport durch Aragon gekommen bin, und jetzt nach Pamplona gehe um mit dem Zug nach Hause zu fahren. Es sind sehr viele Asiaten und Buspilger unterwegs. Man erkennt diese an ihren kleinen Rucksäcken. Um zehn Uhr bin ich auf dem Alto del Perdon. Viele Abschnitte erkenne ich von meiner Tour nach Santiago wieder. In Pamplona muss ich endlich nicht mehr die ganze Zeit Hola! Buen Camino! oder Bonjour sagen. Mitten im Zentrum, im Hostal Bearan, finde ich ein Zimmer. Der Chef ist sehr nett. Sein erster Spruch beim Begutachten der Identitätskarte. „Ah! Suiza, ihr habt all unser Geld!“ Trotzdem gibt er mir ein Einzelzimmer, das normal 36 Euro kostet für nur 30 Euro. Diese Stadt ist voller Leben. Rund um den Platz Castillo sitzen Leute und schauen dem Treiben der spielenden Kindern, den Skatern, Velofahrern und Flanierenden zu. Eine alte Dame setzt sich zu mir und fängt ein Gespräch an. Die Leute sind alle sehr nett. Ich bin in einer Grossstadt, fühle mich aber wie in einem Dorf.

Hostal Bearan, einfach, nett, 30 Euro