Auf dem Damm des Flusses Vidourle.

 

Mohnfeld am Wegesrand.

 

 

 

2. Tag, Freitag, 6. Mai

Saint-Gilles-du-Gard - Vauvert - Gallargues-le-Montueux

29 km

Die Heutige Etappe führt vorwiegend durch ein Früchte- und Gemüseland mit vielen alten Bäumen, sowie einer Herde schwarzer Kühe und Stiere. Um 16 Uhr am Ziel angekommen, muss ich noch eine Stunde warten bis Isabelle, die Hospitalera der Gîte Communale, die Pilger vor der Marie abholen wird. Ich setze mich in die Bar gleich gegenüber dem Gemeindehaus und trinke einen Pastis. Da beobachte ich drei Männer, offenbar Pilger, die sich vor der Marie niederlassen. Ich geselle mich zu ihnen. Schnell sind wir miteinander bekannt. Da sind Gabriel 81 Jahre aus Grenoble, Dominique ein Pilgerneuling aus Avignon im selben Alter wie ich und Carl, ein junger Belgier aus Flandern. Er pilgerte schon von Antwerpen nach Santiago. Pünktlich holt uns Isabelle, eine energische kleine Frau ab und führt uns in die Gîte. Sie gibt uns in einem sehr schnellen Französisch Tipps für die morgige Etappe. Dominique schreibt alles auf, wofür ich ihm später sehr dankbar sein werde. Ich selber und auch Carl verstehen nur einen Bruchteil von Isabelles Ausführungen. In der Gîte wartet ein sehr junger Kanadier auf Besserung seiner Muskelbeschwerden. Er will am Sonntag weiterwandern. Zusammen verbringen wir einen gemütlichen Abend und jeder isst was er gerade hat. Ich koche mir eine Suppe. Carl erzählt mir von seinem komplizierten Leben. Da die Herberge nur ein Zimmer hat, schlafe ich in einem Notbett in einer Nische im Gang. Dafür habe ich meine Ruhe und die Männer können schnarchen so laut sie wollen.

Gîte Communale, einfach, klein, sauber, 5 Euro